Retro-Konsolen am 4K-Fernseher ohne Input-Lag spielen: So geht's richtig
Veröffentlicht am 14. Oktober 2026
Retro-Konsolen am 4K-Fernseher ohne Input-Lag spielen: So geht's richtig
Das Anschließen des Sega Mega Drive aus Kindertagen oder der geliebten PlayStation 2 an einen modernen Ultra-HD-Bildschirm endet oft mit einer Enttäuschung: ein matschiges, verzerrtes Bild und Tasteneingaben, die erst eine halbe Sekunde später auf dem Bildschirm ankommen. Wenn du Retro-Konsolen an einem 4K-TV spielen möchtest – und zwar so, wie es sich gehört –, musst du eine dreißigjährige Kluft zwischen analogen Videostandards und digitalen HDMI-Panels überbrücken. Mit dem richtigen Verständnis für europäische PAL-Signale und dem passenden Gaming-Upscaler holst du gestochen scharfe Pixel und verzögerungsfreie Controller-Reaktionen aus deiner Original-Hardware heraus.
Warum alte Konsolen direkt am 4K-TV furchtbar aussehen
Die meisten modernen europäischen Smart-TVs haben alte analoge Anschlüsse wie SCART, Composite (die gelben, weißen und roten Cinch-Stecker) und Component (YPbPr) längst komplett gestrichen. Doch selbst wenn dein Fernseher noch über einen solchen Legacy-AV-Port verfügt: Steckst du eine alte Konsole direkt dort an, ist das Ergebnis ernüchternd. Das Problem liegt darin, wie moderne Bildschirme klassische Videoauflösungen verarbeiten.
Konsolen der dritten, vierten und fünften Generation – wie das NES, Super Nintendo, Sega Mega Drive und die PlayStation 1 – geben überwiegend ein Vollbildsignal (Progressive Scan) aus, das als 240p (bei NTSC) bzw. 288p (bei PAL) bekannt ist. Um in den 1980er- und 1990er-Jahren Kosten zu sparen, erzeugten die Entwickler dieses Signal durch eine geschickte Abwandlung herkömmlicher TV-Sendesignale. Moderne 4K-Fernseher erkennen 240p auf einem 4K-TV jedoch nicht als echte progressive Gaming-Auflösung; ihre internen Scaler interpretieren das Signal fälschlicherweise als 480i oder 576i (Interlaced-Halbbilder wie beim analogen Fernsehen).
Diese Fehlinterpretation führt zu zwei gravierenden Problemen beim Spielen:
Grafikfehler und verschwindende Sprites: Der Fernseher versucht, ein Signal zu „deinterlacen“, das überhaupt nicht interlaced ist. Das erzeugt unschöne Kammeffekte (Combing) bei bewegten Objekten. Noch schlimmer: Transparenzeffekte – wie das klassische Blinken zur Unverwundbarkeit, wenn Sonic seine Ringe verliert oder Mario Schaden nimmt – werden entweder als durchgehende Fläche dargestellt oder verschwinden komplett, sodass deine Spielfigur unsichtbar wird.
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Dedizierte Gaming-Upscaler für Sammlungen mit mehreren Konsolen
Wächst deine Sammlung auf drei oder mehr Systeme an, wird der Kauf einzelner HDMI-Adapter für jede Konsole schnell teuer und unübersichtlich. Die weitaus cleverere Lösung ist ein zentraler Retro-Konsolen-Upscaler für den 4K-TV, an den du all deine Konsolen über hochwertige RGB-SCART- oder Component-Kabel anschließt.
Upscaler-Modell
Unterstützte Eingänge
Max. Ausgangsauflösung
Deinterlacing (480i/576i)
Ideal für
RetroTINK-2X Pro / SCART
Component, S-Video, Composite (bzw. RGB beim SCART-Modell)
480p / 576p
Bob (einfach, leichtes Flimmern)
N64, NES und unkomplizierte 2D-Konsolen-Setups
GBS-Control (GBS-C)
RGB SCART, Component, VGA
1080p
Motion-Adaptive (gut)
Preisbewusste Spieler von PS1, PS2 und Sega Dreamcast
OSSC (Open Source Scan Converter)
RGB SCART, Component, VGA
1080p (bis zu 5-fache Skalierung)
Bob (deutliches Flimmern bei 3D-Titeln)
2D-Pixel-Art-Puristen (SNES, Mega Drive, Saturn)
RetroTINK-5X Pro
RGB SCART, Component, S-Video, Composite
1440p (1080p-kompatibel an allen TVs)
Motion-Adaptive (makellos)
Allround-Sammler mit 2D- und 3D-Konsolen (PS2/GameCube)
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Massiver Input-Lag: Die internen Scaler von Fernsehern sind dafür optimiert, Filme und TV-Sendungen weichzuzeichnen, nicht aber Controller-Eingaben in Echtzeit zu verarbeiten. Das Deinterlacing und Skalieren eines niedrig auflösenden Analogsignals im TV verursacht häufig 50 ms bis über 100 ms zusätzliche Eingabeverzögerung. Präzise Plattformer wie Super Mario World oder Rhythmusspiele fühlen sich dadurch schwammig und praktisch unspielbar an.
Bevor du Geld für externe Hardware ausgibst, solltest du unbedingt zwei Einstellungen an deinem Fernseher vornehmen: Aktiviere erstens immer den Game Mode (Spielemodus) für den HDMI-Eingang, an dem deine Retro-Konsolen hängen. Das umgeht die internen Bildverbesserer des Fernsehers und senkt die Display-Latenz spürbar. Zweitens solltest du das Bildseitenverhältnis im TV-Menü fest auf 4:3 einstellen, damit deine 8-Bit- und 32-Bit-Klassiker nicht zu breiten, unscharfen 16:9-Widescreen-Matschbildern verzerrt werden.
Analoge Videosignale verstehen: Der Vorteil für PAL-Sammler
Bevor du das Signal deiner Konsole in HDMI umwandelst, musst du sicherstellen, dass das analoge Ausgangssignal der Konsole so sauber wie möglich ist. Kein Upscaler der Welt kann Details herbeizaubern, die bereits durch ein minderwertiges Kabel verloren gegangen sind. Analoge Videosignale folgen einer klaren Qualitätshierarchie – von matschigen HF-Antennensignalen bis hin zu glasklarem RGB- und Component-Video.
Hier haben Sammler in Europa und Großbritannien einen gewaltigen Vorteil gegenüber Spielern aus Nordamerika: Während bei nordamerikanischen Konsolen die RGB-Leitungen ab Werk oft gar nicht erst belegt waren (was moderne Sammler zu aufwendigen Lötarbeiten zwingt), war RGB-SCART bei PAL-Konsolen der absolute Standard. Nahezu alle gängigen PAL-Geräte liefern mit dem passenden Kabel von Haus aus echtes Studio-RGB in Referenzqualität.
PS2, PS3, Xbox, Xbox 360, Wii, GameCube (über seltenes Spezialkabel)
Beim Kabelkauf lauert jedoch eine häufige Falle: auf Composite verdrahtete SCART-Kabel. Viele billige Ersatzkabel aus dem Netz besitzen zwar ein 21-poliges SCART-Gehäuse, leiten im Inneren aber lediglich das einzelne Composite-Videosignal weiter. Das Ergebnis ist exakt dasselbe matschige Bild wie beim gelben Cinch-Stecker. Achte daher immer auf echte, vollständig geschirmte RGB-SCART-Kabel – idealerweise mit Sync-on-Luma- oder CSYNC-Verdrahtung –, um lästiges Audiobrummen und Schachbrettmuster im Bild zu vermeiden.
Es gibt zwei prominente Ausnahmen in europäischen Sammlungen, die kein natives RGB über SCART ausgeben: das PAL NES und das PAL Nintendo 64. Das NES beherrscht ab Werk nur Composite und HF-Antenne, während das PAL N64 Composite und auf früheren Mainboard-Revisionen (wie dem NUS-CPU(P)-01) auch S-Video unterstützt. Schließt du ein RGB-SCART-Kabel an ein ungemoddetes PAL N64 an, bleibt der Bildschirm schlicht schwarz.
Warum du billige „SCART-zu-HDMI“-Konverterboxen meiden solltest
Suchst du auf großen Online-Marktplätzen nach einem SCART-zu-HDMI-Konverter für Gaming, wirst du von billigen, namenlosen schwarzen Plastikboxen förmlich erschlagen. Meist haben sie auf der einen Seite einen SCART-Eingang, auf der anderen einen HDMI-Ausgang und Buchsen für ein kleines Netzteil. Trotz tausender positiver Bewertungen von Leuten, die damit alte Videorekorder anschließen: Für Retro-Videospiele sind diese Boxen eine absolute Katastrophe.
In diesen Billigkonvertern stecken Standardchips, die für DVD-Player und Sat-Receiver entwickelt wurden. Genau wie der interne Scaler deines Fernsehers interpretieren sie 240p/288p-Gaming-Signale fälschlicherweise als 480i/576i-Interlaced-Signale. Hinzu kommen gravierende Mängel bei der Analog-Digital-Wandlung:
Unspielbarer Input-Lag: Die Boxen puffern mehrere Videobilder zwischen, bevor sie das HDMI-Signal ausgeben. Zwischen dem Drücken der Sprungtaste und der Reaktion auf dem Bildschirm vergeht eine deutlich spürbare Verzögerung.
Absaufende Tiefen und ausgebrannte Lichter: Dunkle Gänge in Resident Evil oder Tomb Raider versinken im kompletten Schwarz, während helle Außenszenen jede Zeichnung und Textur verlieren.
Erzwungenes 16:9-Breitbild: Den meisten Billigboxen fehlt ein Schalter für das Bildseitenverhältnis. Klassische 4:3-Spiele werden gnadenlos über die gesamte Breite deines 16:9-Fernsehers gestreckt.
Um Retro-Konsolen an einem 4K-TV vernünftig zu betreiben, brauchst du einen echten Gaming-Line-Doubler oder einen Zero-Lag-Upscaler. Im Gegensatz zu Standardkonvertern verarbeiten Gaming-Scaler das Bild zeilenweise in Echtzeit (unter einer Millisekunde Verzögerung), erkennen 240p/288p korrekt als Vollbild und vervielfachen die Zeilen sauber. So erhält dein 4K-Fernseher ein echtes, progressives HDMI-Signal, das er sofort und ohne Verzögerung darstellen kann.
Plug-and-Play-HDMI-Adapter für Setups mit einzelnen Konsolen
Wenn du nur ein oder zwei Konsolen aus deiner Jugend besitzt und deine alten Konsolen an einen Smart-TV anschließen willst, ohne dir das Wohnzimmer mit Netzteilen und SCART-Umschaltboxen vollzustellen, sind maßgeschneiderte Plug-and-Play-HDMI-Kabel der ideale Mittelweg.
Die unangefochtene Referenz in diesem Bereich ist die RAD2X-Kabelserie, die in Großbritannien mit lizenzierter RetroTINK-Technologie entwickelt wurde. Ein RAD2X-Kabel wird direkt an den AV-Port deiner Konsole gesteckt und führt am anderen Ende per Mini-HDMI heraus. Im Inneren greift es das sauberste native RGB-Signal der Konsole ab (oder Composite als Fallback), verdoppelt 240p/288p verzögerungsfrei auf gestochen scharfe 480p/576p und bietet einen mechanischen Schalter für Glättungsfilter. Da Sony und Nintendo ihre AV-Buchsen über mehrere Generationen hinweg beibehalten haben, funktioniert ein einziges Nintendo-RAD2X am SNES, N64 und GameCube, während ein PlayStation-RAD2X sowohl die PS1 als auch die PS2 abdeckt.
Für den Nintendo GameCube gibt es für europäische Spieler zwei verschiedene Wege: Jeder PAL-GameCube gibt über den analogen AV-Port natives RGB-SCART aus, was an einem RAD2X hervorragend aussieht. Besitzt du jedoch ein frühes DOL-001-Modell (erkennbar an zwei Videoausgängen auf der Rückseite statt nur einem), kannst du einen GCVideo-Adapter – wie den Carby- oder Kaico-HDMI-Adapter – an den Digital-AV-Out-Port anschließen. Dieser greift das reine digitale Videosignal direkt vom Mainboard der Konsole ab und schaltet in Verbindung mit Homebrew-Tools wie Swiss echtes 480p Progressive Scan frei.
Wenn du nach dem besten HDMI-Adapter für die PS2 suchst, sei vorsichtig bei den spottbilligen „PS2 to HDMI“-Plastik-Dongles. Diese Dongles skalieren das Bild nicht hoch; sie wandeln lediglich das analoge Component-Signal der PS2 in ein digitales 480i- oder 576i-HDMI-Signal um. Viele moderne 4K-Fernseher weigern sich schlichtweg, rohes 576i über HDMI anzuzeigen. Beim Starten von PAL-PlayStation-2-Spielen oder abwärtskompatiblen PS1-Discs bleibt der Bildschirm dann mit der Meldung „Kein Signal“ schwarz. Greife hier lieber zu einem PlayStation-RAD2X oder einem vollwertigen externen Scaler.
Enthusiasten, die authentische CRT-Maskensimulation auf OLED-TVs suchen
Die Wahl zwischen RetroTINK vs. OSSC hängt ganz davon ab, welche Konsolengenerationen du am liebsten spielst:
RetroTINK-2X Pro: Ein absolut einsteigerfreundlicher Line-Doubler. Da er S-Video und Composite verarbeitet, ist er eine der besten Möglichkeiten, ein ungemoddetes PAL Nintendo 64 oder NES ohne Lötarbeiten an einen modernen Fernseher anzuschließen.
OSSC (Open Source Scan Converter): Von Pixel-Art-Liebhabern seit Jahren geschätzt. Der OSSC verarbeitet RGB-SCART und vervielfacht die Zeilen bis auf 1080p mit messerscharfen Kanten. Er hat jedoch zwei Haken: Er akzeptiert weder Composite noch S-Video (ungemoddete NES- und N64-Konsolen fallen damit raus) und nutzt „Bob“-Deinterlacing, was bei 480i/576i-Konsolen wie der PS2 zu sichtbarem Zeilenflimmern führt. Zudem verliert der OSSC bei Spielen, die mitten im Spiel zwischen 240p und 480i umschalten – etwa beim Öffnen des Inventars in Resident Evil 2 oder Chrono Cross auf der PS1 oder beim Start des Mehrspielermodus in Sonic 2 auf dem Mega Drive –, kurzzeitig das Signal. Der Fernseher bleibt dann für mehrere Sekunden schwarz, während der HDMI-Handshake neu ausgehandelt wird.
GBS-Control (GBS-C): Sowohl als günstiges DIY-Lötprojekt als auch als fertige Box erhältlich, ist der GBS-C der absolute Geheimtipp für Besitzer einer PlayStation 1 und PlayStation 2. Er bietet bewegungsadaptives Deinterlacing und schaltet Auflösungen nahtlos um – Menüwechsel auf der PS1 gelingen damit ohne lästige Bildaussetzer.
RetroTINK-5X Pro und RetroTINK-4K: Die absolute Königsklasse unter den Plug-and-Play-Scalern. Der 5X Pro verarbeitet jedes erdenkliche Analogsignal über ein einziges Gerät, meistert 240p/480i-Auflösungswechsel komplett ohne Bildaussetzer und sorgt dank bewegungsadaptivem Deinterlacing für ein absolut ruhiges, stabiles Bild bei Interlaced-Titeln auf PlayStation 2 und GameCube. Sowohl der 5X als auch das Flaggschiff RetroTINK-4K bieten zudem fotorealistische CRT-Scanline- und Schattenmasken-Filter, die das warme Leuchten einer Sony-Trinitron-Röhre perfekt auf dein 4K-OLED-Panel zaubern.
PAL 50Hz vs. NTSC 60Hz: Kompatibilität auf modernen Fernsehern
Wer in Europa sammelt, stolpert unweigerlich über das Thema 50Hz versus 60Hz. Da die europäischen Stromnetze und das analoge Antennenfernsehen mit 50Hz liefen, gaben PAL-Konsolen bis in die späten 1990er-Jahre 50 Bilder (oder Halbbilder) pro Sekunde in 288p/576i aus. Nordamerikanische und japanische NTSC-Konsolen liefen dagegen mit rund 60Hz (59,94Hz) in 240p/480i.
Wurde ein Titel von den Entwicklern nicht speziell für Europa angepasst (wie es Rare vorbildlich bei Donkey Kong Country tat), laufen PAL-50Hz-Spiele rund 17,5 % langsamer als ihre NTSC-Pendants und leiden unter einem gestauchten Bild mit dicken schwarzen Balken am oberen und unteren Bildschirmrand. Berühmt-berüchtigte Beispiele hierfür sind die PAL-Versionen von Sonic the Hedgehog auf dem Mega Drive oder Final Fantasy X auf der PlayStation 2. Ab der Dreamcast-, PS2- und GameCube-Ära boten viele PAL-Titel beim Starten eine PAL60-Option, mit der du das Spiel auf kompatiblen Röhrengeräten mit vollen 60Hz genießen konntest.
Zum Glück für europäische Gamer unterstützen moderne 4K-Fernseher, die in der EU und in Großbritannien verkauft werden, über HDMI ausnahmslos sowohl 50Hz als auch 60Hz Bildwiederholraten. Egal, ob du ein originales, ungemoddetes 50Hz-PAL-SNES, ein auf 60Hz gemoddetes PAL Mega Drive oder ein importiertes japanisches Sega Saturn anschließt: Dein Fernseher verarbeitet das Signal problemlos.
Eine technische Besonderheit gibt es dennoch: Bestimmte Klassiker – allen voran das Super Nintendo und das NES – geben eine Bildwiederholrate aus, die minimal neben der offiziellen Norm liegt (bei NTSC bzw. gemoddeten Geräten liegt sie bei rund 60,08Hz statt der standardmäßigen 59,94Hz). Reine Pass-Through-Scaler wie der OSSC leiten dieses leicht krumme Timing direkt an den Fernseher weiter, was bei manchen wählerischen 4K-Displays zu Signalverlust oder Mikrorucklern führen kann. Fortschrittlichere Scaler wie der RetroTINK-5X Pro verfügen über einen Triple-Buffer-Modus, der die Bildwiederholrate exakt auf 50,00Hz oder 59,94Hz normiert und so für maximale Kompatibilität mit empfindlichen modernen Panels sorgt.
Interne HDMI-Mods und FPGA-Konsolen
Wenn du analoge Videokabel komplett aus deiner Kette verbannen möchtest, gibt es zwei moderne Alternativen: interne Hardware-Mods und FPGA-basierte Hardware-Emulation.
Interne HDMI-Mods – wie der PixelFX RetroGEM (erhältlich für PlayStation 1, PlayStation 2, Nintendo 64 und Sega Dreamcast) oder das Hi-Def NES – werden direkt auf die Beinchen der internen Grafik- und Videochips der Konsole gelötet. Indem sie die digitalen Bilddaten abfangen, noch bevor die Konsole sie in ein analoges Signal umwandelt, liefern diese Umbauten ein absolut rauschfreies, kristallklares HDMI-Signal mit bis zu 1080p oder 1440p direkt an der Konsolenrückseite ab. Die Bildqualität ist atemberaubend, allerdings erfordern diese Mods fortgeschrittene Mikrolöt-Kenntnisse, oft müssen historische Originalgehäuse bearbeitet werden, und der Umbau gilt immer nur für eine einzige Konsole.
Besitzt du hingegen eine große Modulsammlung und möchtest deine alternde Hardware schonen, bieten sich FPGA (Field-Programmable Gate Array)-Systeme an. Geräte wie das Analogue Mega Sg, Super Nt, der Analogue Pocket (mit Dock) oder das Open-Source-Projekt MiSTer FPGA bilden die Original-Schaltkreise der Konsolen auf Transistorebene exakt nach. Sie liefern natives 1080p-HDMI völlig verzögerungsfrei und mit präzisen 50Hz- oder 60Hz-Timings ab Werk – allerdings fehlt dabei das haptische Retro-Gefühl, eine echte Konsole aus den 90ern einzuschalten.
Hardware-Grenzen: Was am 4K-TV definitiv nicht funktioniert
Selbst mit dem besten Upscaler und perfekt geschirmten RGB-SCART-Kabeln bleibt ein ikonisches Stück Retro-Hardware am 4K-TV außen vor: klassische Lightguns.
Peripheriegeräte wie die NES Zapper, die Sega Menacer, das Super Scope, die Sega Saturn Virtua Gun oder die PlayStation G-Con 45 / GunCon 2 basieren auf den physikalischen Eigenschaften klassischer CRT-Röhrenfernseher. Sie funktionieren, indem sie auf die Mikrosekunde genau messen, wann der Elektronenstrahl der Bildröhre einen bestimmten Lichtpunkt auf der Phosphorschicht zeichnet, oder indem sie den Bildschirm für den Bruchteil eines Frames weiß aufblitzen lassen. Da LCD-, QLED- und OLED-4K-Fernseher immer das komplette Bild auf einmal aufbauen und bauartbedingt minimale Signalverzögerungen mitbringen, können Original-Lightguns schlichtweg nicht erfassen, wohin du zielst.
Möchtest du Klassiker wie Time Crisis, Point Blank oder The House of the Dead spielen, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du stellst dir einen kleinen Röhrenfernseher ins Spielezimmer oder du investierst in moderne, kamerabasierte Lösungen wie die Sinden Lightgun oder ein Gun4IR-Setup, die mit optischen Sensoren bzw. Infrarot-LEDs am TV-Rahmen arbeiten.
Ein letzter Tipp, bevor du Fehler wie blasse Farben, Bildrollen oder Tonbrummen auf deinen Upscaler schiebst: Gönne deiner Hardware etwas Pflege! Dreißig Jahre alte AV-Anschlüsse oxidieren mit der Zeit. Schnapp dir ein Wattestäbchen, tränke es in 99%igem Isopropanol (IPA) und reinige die AV-Buchse der Konsole sowie die Kontakte deiner Spielmodule gründlich. Verschmutzte Kontakte am AV-Ausgang von Mega Drive oder SNES sind die häufigste Ursache für Signalabbrüche an modernen Upscalern.
FAQ
Warum sieht meine PS2 oder mein N64 auf dem 4K-TV so verschwommen aus?
Dein 4K-Fernseher zieht ein niedrig aufgelöstes 240p-, 288p- oder 576i-Analogsignal auf über acht Millionen Pixel auf und behandelt es fälschlicherweise wie herkömmliches analoges Fernsehprogramm. Ein hochwertiges, geschirmtes RGB-SCART-Kabel (oder S-Video beim PAL N64) in Verbindung mit einem Gaming-Upscaler wie dem RetroTINK oder einem RAD2X sorgt für knackscharfe Pixel, eliminiert Input-Lag und liefert unverfälschte Farben.
Funktionieren billige SCART-zu-HDMI-Adapter für Retro-Games?
Sie bringen zwar ein Bild auf den Schirm, doch diese universellen Konverter wurden für DVD-Player und Videorekorder entwickelt. Sie verursachen massiven Input-Lag, lassen dunkle Bildbereiche im Schwarz absaufen, zerren das Bild zwangsweise auf 16:9 und lassen blinkende Sprites einfach verschwinden. Für ein sauberes Spielerlebnis brauchst du einen latenzfreien Gaming-Line-Doubler oder Upscaler.
Zählen die Nintendo Switch oder die PS1 Classic auch zum Spielen auf dem 4K-TV?
Nein, Mini-Konsolen (wie das NES/SNES Classic Mini) und moderne Plattformen geben von Haus aus ein digitales 720p- oder 1080p-HDMI-Signal aus, das dein 4K-Fernseher problemlos und sauber hochskaliert. Externe Gaming-Upscaler sind nur für originale Analogkonsolen aus den 1970er- bis Mitte der 2000er-Jahre erforderlich.
Kann ich die NES Zapper oder die PS1 G-Con an einem 4K-OLED-Fernseher nutzen?
Nein. Originale Lightguns benötigen zwingend das blitzschnelle Timing des Elektronenstrahls eines echten Röhrenfernsehers (CRT), um Treffer zu registrieren. Auf modernen LCD-, QLED- oder OLED-Bildschirmen reagieren sie nicht – ganz egal, welchen HDMI-Upscaler du dazwischenschaltest.
Zeit für das perfekte Setup
Klassische Konsolen an modernen Wohnzimmerfernsehern zu betreiben, muss keine Wissenschaft sein – solange man billige Videokonverter links liegen lässt und den großen PAL-Vorteil von nativem RGB-SCART nutzt. Aktiviere zuerst den Spielemodus an deinem TV, greif zu einem praktischen RAD2X-Kabel für dein Lieblingssystem oder investiere in einen RetroTINK bzw. OSSC, wenn du eine größere Sammlung besitzt. Wenn du dein Retro-Setup erweitern möchtest, findest du bei RetroBroker eine handverlesene Auswahl an geprüften PAL- und NTSC-Originalkonsolen, Controllern und Spielen, die sofort einsatzbereit sind.